Leicht-Sekt im Trend
In Relation zur gesamten deutschen Weinproduktion von mehr als neun Millionen Hektoliter pro Jahr sind die alkoholfreien Sekte zwar nach wie vor ein Nischenprodukte, aber dieses Marktsegment wächst sehr schnell. Nach Recherchen der Frankfurter Lebensmittelzeitung (LZ) werden in diesem Jahr weit über zehn Millionen Flaschen "Leicht-Sekt“ verkauft.
Europäischer Marktführer bei alkoholfreien Schaumweinen ist die Sektkellerei Schloss Wachenheim. Die verkaufte im abgelaufenen Geschäftsjahr fünf Millionen Flaschen ihre Marke Light Live. „Das ist ein Plus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Trend ist also ungebrochen", so Uwe Moll, Vorstand Marketing und Vertrieb der Wachenheimer Sektkellerei gegenüber der LZ. Auf eine ähnlich positive Entwicklung kann auch das Entalkoholisierunszentrum Baden-Württemberg (EAZ) zurückblicken. Der Waiblinger Betrieb produzierte bis vor einiger Zeit jährlich weniger als 1 Million Liter alkoholfreien Wein im Lohnverfahren für andere Firmen. "In diesem Jahr werden wir nun erstmals mehr als 5 Millionen Liter entalkoholisieren", so Geschäftsführer Jürgen Peterhans. Die Auftraggeber des EAZ sind überwiegend Winzer, die das Endprodukt unter ihrem eigenen Etikett vertreiben.
Die Ursache für die zunehmende Beliebtheit ihrer alkoholfreien Produkte sehen beide Unternehmen in dem Trend zu einer gesünderen Lebensweise. Neben Gesundheitsbewussten gehören vor allem werdende Mütter, Diabetiker, Sportler und Geschäftsleute zur Zielgruppe der Hersteller nullprozentiger Weine und Sekte. "Ernährungsbewusste kommen voll auf ihre Kosten, denn ein solcher Sekt hat kaum Kalorien", berichtet Uwe Moll. Vollkommen frei von Alkohl sind sie aber nicht. "Rein rechtlich dürfen Getränke "alkoholfrei" heißen, solbald sie weniger als 0,5 Prozent haben", erklärt der Koblenzer Weinrechtler Hans Hieronimi. Im Schnitt liegen die "light" Weine mit einem Restalkohol von 0,2 Prozent jedoch deutlich unter der vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Grenze. Zum Vergleich: Selbst Sauerkraut und Roggenbrot weisen einen höheren Alkoholgehalt auf.